10 bizarre Delikatessen

Nicht alles, was als Delikatesse gilt, ist auch lecker. Im neatorama-Blog stießen wir auf wirklich ekelhafte Rezepte und Mahlzeiten:


 
 
 

1) Ortolan

kleiner Vogel auf Stein

©istock.com/nplion

Der Ortolan ist ein spatzenähnlicher Singvogel und gilt in Frankreich als Delikatesse. Eigentlich nichts Besonderes, wäre da nicht die Art und Weise, wie das Vögelchen zur bizarren Delikatesse verarbeitet wird. Der Ortolan wird dafür in einer schwarzen Box gefangen gehalten.

Das beeinflusst den Rhythmus des kleinen Vögelchens so immens, dass er immerzu essen kann. Er weiß durch die Dunkelheit nicht mehr, wo oben und unten ist. So wird der Ortolan “freiwillig gemästet”. Wenn er das dreifache seines ursprünglichen Gewichts erreicht hat, wird er in Brandy oder anderen Spirituosen ertränkt und gegrillt. Also bei mir regen sich da sämtliche Mitleidsgefühle – armes Vögelchen.

 

2) Huitlacoche

reifer Maiskolben im Feld

©istock.com/sanddebeautheil

Dieses exotisch klingende Gericht ist eine pragmatische Art und Weise, mit Schädlingen im Maisfeld umzugehen. Der südamerikanische Mais wurde schon seit Beginn des Anbaus von einem Pilz befallen, der die Maiskörner zerstört. Die Indianer Amerikas wussten auch in Zeiten, als es noch keine Pestizide gab, Abhilfe: Sie aßen den Pilz. Mittlerweile gilt der Pilz als Delikatesse und kostet mehr als der Mais. Wirklich ekelhaft ist dieses Rezept nicht. Immerhin essen wir hier ja Pilze aus moderndem Boden, von Birken und auch im Käse. Eine etwas bizarre Delikatesse ist es dennoch…

 
 

3) Canard à la Rouennaise

weibliche Ente

©istock.com/Spydr

Die Franzosen wieder. Bei denen klingt jedes Mahl nach einem Gedicht. In Wahrheit sind es dann aber Froschschenkel oder diese Köstlichkeit: Ente in Blutsauce. Man braucht dafür eine leckere Bratente. Diese wird in einer Art Fleischwolf zerquetscht und gemahlen. Ergebnis: Blutsaft, gehäckselte Eingeweide und Blut? Nein, nicht für die Franzosen. Bei Ihnen ist das eine delikate “sauce” die schon mal 1000 Euro kosten kann.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

4) Lebende Kraken

schwimmender Oktopus

©istock.com/small-Tammy616

Ja, Meeresfrüchte hin oder her. Was hier nach “Frucht” klingt, ist meist ein Lebewesen mit Scheren, Tentakeln und anderen gruselig anmutenden Waffen. So auch Baby-Octopusse – ganz gefährlich. Die gelten in einigen Regionen Asiens als Delikatesse. Nicht weiter schlimm, hier werden die frittierten “Calamaris” ja auch gern gegessen. Nur ein winziges Detail unterscheidet sie von dieser bizarren Delikatesse in Asien:

Bei dem asiatischen Rezept leben die Tintenfische noch, während sie gegessen werden.
Das Kuriose daran: Man kann an einem lebenden Kraken ersticken, denn die Tentakeln können die Luftröhre verschließen. Da wissen die Asiaten aber Rat: Sie tunken die Tintenfische in Alkohol, sodass diese betäubt werden, und schlingen sie dann hinunter, bevor die kleinen Tierchen ihren Rausch ausgeschlafen haben. Kauen darf man die Tintenfische nicht, denn das kann bis zu 15 Minuten dauern.

 
 

5) Durian

2 am Baum hängende Früchte

©istock.com/CHAIWATPHOTOS

Durian ist die stachelige Frucht des Zibetbaumes, heimisch in Malaysia/ Indonesien. Sie verbreitet einen äußerst unangenehmen Gestank, wenn sie geöffnet wird. Dieser natürliche Abwehrmechanismus der Pflanze schreckte die Südsee-Bewohner jedoch nicht davon ab, sie zu verspeisen. Der Geschmack soll nämlich ganz köstlich sein. Das interessiert Vermieter und Hotelbesitzer aber recht wenig. So ließen sie das Mitführen oder Essen der Stink-Frucht in vielen Hotels und Mietshäusern Südostasiens verbieten. Auch im Flugzeug darf man keinen Duria-Obstsalat mitführen.

 
 

6) Schnecken Kaviar

Weinbergschnecke auf Blatt

©istock.com/Ursula-Alter

Das hört sich eher nach einem Horror-Film an, ist aber in Frankreich eine – mal wieder etwas bizarre – Delikatesse. Weinbergschnecken sind ja schon gewöhnungsbedürftig, Kaviar ist auch nicht das Leibgericht eines jeden, und beides zusammen klingt sehr appetithemmend. Trotzdem wagten sich zwei Weinbergschnecken-Züchter an diese Kombination. Wie sie die Schnecken dazu bringen, Kaviar zu produzieren, bleibt ihr Geheimnis. Kein Geheimnis ist dagegen der stattliche Preis von Schnecken-Rogen: 30g Schnecken-Kaviar kosten ca. 82 US-Dollar.

 
 

7) Vogelnest-Suppe

Was man sich darunter vorstellen muss? Auf keinen Fall etwas mit Eiern, kleinen Zweigen und Blättern. Der Höhlensegler baut seine Nester, wie der Name schon sagt, in Höhlen. Und zwar in sehr unzugänglichen und steilen Felswänden. Da hält kein Zweiglein, deshalb bauen die Segler ihre Nester aus Speichel. Eine Art selbst produzierter Beton.
Das Rezept mit dem gummiartigen Nest ist in Asien eine Leckerei. Man isst es in einer Suppe, als Einlage. Teuer ist diese bizarre Delikatesse auch: eine Suppe mit Nestern kostet zwischen 30 und 100 US-Dollar. Die armen Vögel, die im Speichel ihres Angesichts ein Heim bauten…

 

8) Fötus im Ei

Ei mit totem Küken

©istock.com/-Diy13

Eine für viele wirklich widerliche Vorstellung: Im sonntäglichen Frühstücksei befindet sich ein Küken. Für die meisten ein Graus. Einigen läuft dabei jedoch das Wasser im Munde zusammen. In vielen Ländern werden befruchtete Enteneier verzehrt – gekocht natürlich. Je nach Gegend werden die ungeschlüpften Küken früher oder später, ganz nach “Reifegrad”, gegessen. Jedoch immer samt Federchen und Knochen. Diese bizarre “Delikatesse” ist wirklich … ich will es gar nicht sagen.

 
 
 
 

9) Ka…äh Kaffee

2 Kaffeetassen mit Katzenkopf-Bild im Milchschaum

©istock.com/amenic181

Ja, die Überschrift bedarf einer Lösung: Es gibt einen Kaffee, der sein Aroma nicht nur durch das Rösten und Mahlen entfaltet. Die Kaffeesorte “Kopi Luwak” wird erst von der Zibetkatze gegessen, verdaut und letztendlich von ihr ausgeschieden. Kaffeebauern sammeln den Zibetkatzen-Kot auf und verarbeiten die teilweise verdauten Kaffeebohnen weiter zum teuersten und angeblich aromatischsten Kaffee der Welt. Ein Pfund “Kopi Luwak” kostet zwischen 120 und 600 US-Dollar.

 
 
 
 

10) Maden-Käse

Lamm

©istock.com/dalmacio

Der “Casu Marzu” ist eine äußerst bizarre Schafskäse-Delikatesse aus Sardinien. Er wird so lange dem Reifeprozess überlassen, bis sich Maden bilden und den Käse vollkommen durchsetzen. Die Maden sind absichtlich im Käse zu Hause. Es handelt sich dabei um Fliegeneier, die vor der Reifelagerung auf dem Käse verteilt werden.
In vielen Ländern sind die Herstellung und der Verkauf dieser Spezialität verboten. Das gesundheitliche Risiko ist einfach zu hoch. Seit 2005 erlaubt die EU die Herstellung des Käses unter strengen Hygiene-Auflagen wieder. Die Maden können, müssen aber nicht, mitgegessen werden. Vorsicht, sie können bis zu 15 Zentimeter hoch springen – Augen zu und durch!

 

Dann bleibt mir jetzt nur noch zu sagen: Guten Appetit und Mahlzeit.


Copyright: 1. Bild auf dieser Seite: ©iStock/freemixer


1 Kommentar

  1. Nr. 8 (auf den Philippinen heißt es Balut) habe ich selber schon gegessen. Der Geschmack ist sehr nah an einem normalen gekochten Ei, allerdings muß man sein Gehirn überreden, den Fötus zu ignorieren.

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  1. Schmausepost vom 18. Dezember | Schmausepost - […] 10 bizarre Deli­ka­tes­sen aus aller Welt stellt Tina im Neatorama-Blog vor. Mit dabei sind unter ande­rem Kra­ken, Vogel­nes­ter und Maden­käse. …

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