Fettzellen bleiben für immer
Wir Menschen sind, was Fettgewebe angeht, wie Kamele. In guten Zeiten mit viel Nahrung, zum Beispiel zur Weihnachtszeit, tanken wir ordentlich auf und füllen unsere Speicher an Hüften, Po, Beinen und Bauch. Das Kamel hat Glück, denn es hat nur eine Speicherstelle für Reserven - die Höcker auf dem Rücken. Der menschliche Körper kann überall “Lagerstätten” anlegen (im weiblichen Sprachgebrauch als “Problemzonen” bezeichnet).

Das Karolinska-Institut in Stockholm schockiert nun mit der Meldung, dass unserere Fettzellen für immer bleiben wenn sie einmal angelegt wurden. Sie untersuchten dafür in einer Studie das Fettgewebe von Übergewichtigen und Normalgewichtigen. Heraus kam: Schon in der Jugend legen wir die “Lagerstätten” an.
Für Übergewichtige bedeutet das: Sie können zwar abnehmen, doch die Zahl der einmal angelegten Fettzellen wird nicht geringer. Sie werden eben nur “geleert”. Beim Kamel ist das genauso. Bei langen Wanderungen sinken die Höcker zusammen, nachdem ihnen die Energie entzogen wurde. An der nächsten Oase kann das Kamel die Höcker jedoch problemlos wieder auffüllen.
In der Stockholmer-Studie heißt es weiter, dass sich Fettzellen ein Leben lang erneuern. In einem Jahr werden 10 Prozent der bestehenden Fettzellen durch neue ersetzt. Das heißt: In etwa 8 Jahren hat sich die Hälfte der im Körper bis dato angelegten Fettzellen wieder aufgefrischt. Die Forscher suchen nun nach einer Methode diesen Erneuerungsprozess bei Übergewichtigen zu stoppen, damit bei ihnen ein dauerhaftes Abnehmen möglich wird.
Um der Bildung von Fettzellen entgegen zu wirken sollte also rechtzeitig, besser vorher, die Notbremse gezogen werden - ein paar Kilo mehr über Weihnachten bleiben also nicht ohne Nebenwirkungen.
via focus online Bild: © GeorgWittberger /pixelio.de