Japan auf Bananendiät
Während der meisten Diäten heißt es: Vorsicht mit Bananen. Einige Diäten setzen die Bananen sogar auf die Liste der verbotenen Früchte (besonders die Low-Carb-Diäten). Was auch erklärt warum: Bananen enthalten viele wertvolle Vitamine und Mineralien - aber auch recht viele Kohlenhydrate. Je nach Größe bringt eine 100g-Banane 95 kcal (davon knapp 21 g Kohlenhydrate) an Brennwert mit.
Den Japanern ist das egal. Im Gegenteil. Sie sind verrückt nach Bananen und kaufen seit einem Monat die Bananenvorräte leer, um auf Bananen-Diät zu gehen. Auch die um 25 % erhöhten Importe von Dole Japan decken den Bedarf nicht mehr. Das TIME-Magazin titelt schön zweideutig mit “Japan Goes Bananas For a New Diet” – “Japan schnappt über für eine neue Diät“. Was ist da los?
Im März 2008 lief die Bananenoffensive über Internet (mixi, dem Facebook Japan’s, durch Hr. Watanabe der im Bananen-Selbstversuch ca. 19 Kg verlor), Bücher und Magazine an. Der Hype zur “Morning Banana Diet” startete im September voll durch, als TV-Stationen über Bananendiäterfolge berichteten: z.B. über die ca. 100 Kilo schwere japanische Opernsängerin Kumiko Mori, die durch die allmorgendliche Banane 7 Kilo schlanker wurde. Es gibt natürlich auch einen Erfinder zur Bananendiät: Präventivmediziner Hitoshi Watanabe (s.o. Eigenversuch) und seine Frau Sumiko.
So geht die Bananendiät:
- Zum Frühstück eine oder mehrere Bananen sowie ein Glas Wasser (Zimmertemperatur)
- Zum Mittag oder Abend: es kann gegessen werden was man mag (nicht nach 20 Uhr)
- 15 Uhr darf zu einem Snack gegriffen werden
- Keine Desserts nach den Mahlzeiten
- Schlafen gehen vor 24 Uhr
Wirken soll die Bananendiät durch die Kraft der Enzyme. Das sagt man ja auch der Hollywood, Ananas- und anderen exotischen Früchten-Diäten nach. Wie auch für diese Diäten gilt: weder die Banann, noch ihre Enzyme – lediglich die reduzierte Tageskalorienmenge bewirkt den Abnehmerfolg.
Ob die Bananendiät die Japaner schlank macht? Wohl weniger. Japaner probieren häufig einseitige Diäten (fermentierte Sojabohnen / Natto, Oolong Tee, Babybrei, Chili Pfeffer, Sojamilch, Bierhefe, etc.) – diese Trends halten jedoch meist nur wenige Monate an.
Schön an der Bananendiät ist jedoch, dass die Japaner auf jeden Fall glücklicher werden. Also nix mit schlechter Stimmung wie bei extremen Low-Carb Diäten. Denn sowohl die Kohlenhydrate in der Banane als auch die enthaltenen Hormone Serotonin und Norepinephrin rufen Glücksgefühle hervor. Das Ergebnis: gesteigertes positives Denken, mehr Wohlbefinden – eben einfach etwas glücklicher.
Glücklich und Humorvoll … hier gibt’s das “offizielle Video zur Bananendiät”
Bild: istockphoto.com/DNY59, via TIME