Durstige Gesellen

Einige Tage nach dem Schlüpfen benötigen die weiblichen Mücken eine Blutmahlzeit, genauer gesagt Proteine für ihre Eier. Die männlichen Vertreter hingegen ernähren sich übrigens rein vegetarisch. Allein dieses 1 Weibchen legt zwischen 200-400 Eier in eine Pfütze oder Teich. Kein Wunder, dass die Biester momentan überall sind. Zwar sind in unseren Breitengraden Mückenstiche nicht gefährlich, aber was hilft nun am besten gegen die neue Mückengeneration?

Klarer Favorit: Chemische Mittel für die Haut. Doch Vorsicht bei Allergikern und Kindern! Manche Cremes verursachen Hautreizungen. Besser, aber auch weniger wirksam, sind biologische Mittel wie Zitrone, Zedernholz, Lavendel oder Nelken. Ebenfalls weniger hilfreich: Omas Hausmittel Basilikum oder Tomatenpflanzen am Fenster. Elektrische Geräte wie UV-Lampen oder Elektropieper helfen zwar, schneiden aber bei Verbrauchertests oft schlecht ab. Kerzen und Aromalampen dagegen sehen gut aus und sind als zusätzlicher Schutz absolut empfehlenswert.

Merken wir die Blutentnahme, ist es bereits zu spät. Mit dem Stich spritzt die Mücke Speichel in die Haut, welcher dafür sorgt, dass das Blut nicht gerinnt und die Mücke ohne Probleme schlemmen kann. Plus: die Einstichstelle wird betäubt. Die Damen sind also auch rücksichtsvoll. Im Prinzip okay, wenn die Rötungen, Schwellungen und besonders der Juckreiz (Bekämpfung des Gifts) nicht wären. Um diese zu reduzieren, am besten sofort kühlen! Und auch wenn es schwer fällt: nicht kratzen. Die Einstichstelle kann sich sonst entzünden. Sollte eine allergische Reaktion auftreten, am besten Antihistaminika (Apotheke) oder Kortisonpräparate (Arzt) verwenden.

 

Mit folgenden Tipps kommen Sie besser durch die Sommerabende (und Nächte)

  • Mücken lieben feucht-warmes Klima. Wenn möglich, meiden Sie typische Mückenbrutstätten wie Seen, Teiche, Sumpf- und Moorgebiete oder Flussnähe. Auch daheim Gießkannen leeren und die Regentonnen abdecken.
  • Die meisten Mückenarten sind nacht- und dämmerungsaktiv. Deshalb abends lange Kleidung tragen. Luftig und aus hellem Stoff, denn Insekten vermeiden es, auf ihm zu landen. Und weil es äußert unangenehm ist: Socken nicht vergessen! 90% der Mücken stechen im Bereich der Fußgelenke.
  • Unbedingt Fenster und Türen mit Gazestoffen versehen und regelmäßig vor dem Öffnen überprüfen. Löcher notfalls mit Klebeband schließen.
  • Im Hotelzimmer ruhig die Klima-Anlage einschalten (besonders nachts). Mücken meiden kühle Räume.
    Bei Camping-Urlaub das Netz mit Insektiziden imprägnieren.
  • Abends kalt duschen, denn Mücken erkennen einen Wirt nur mit einer Körpertemperatur zwischen 36,45 und 37,85 °C. Je weiter die eigene Temperatur davon entfernt ist, desto weniger interessant ist man.
  • Mücken lieben auch Parfum- und Sonnencremegeruch. Verzichten Sie daher auf zu viel Duft.

Warum aber trifft es einige Menschen mehr? Gibt es wirklich süßes Blut? Nein, bisher gibt es dafür keine wissenschaftlichen Belege. Es gilt: Mücken orientieren sich an Körpertemperatur und Gerüchen. Menschen, die besonders warm sind und nach Schweiß riechen, sind nun mal anziehend für Mücken.

Letzter Tipp: die gute alte Fliegenklatsche ist günstig und schadet niemandem außer der Mücke.

Bild: ©Henrik-Larsson/fotolia


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