Fette Delikatessen

Sternekoch Wolfgang Puck will zukünftig auf Foie Gras (frz. fette Leber) verzichten. Sein Protest gegen das gewaltsame Stopfen. Kritiker sehen es als PR-Offensive und fragen sich, wann auch die lebendig gebrühten Hummer vom Menü verschwinden. Grund für uns, einen Blick auf die gestopfte Gänseleber zu werfen.

Schon 2500 v. Chr. wussten die Ägypter, dass Zugvögel (Gänse und Enten) viel Energie für ihre langen Reisen benötigen. Darum von Natur aus gefräßig sind. Ideal also zum Mästen. Die Römer verbreiteten die Delikatesse dann weiter. Das Mästen erfolgt mit Getreide oder Maisbrei, für besseren Geschmack zusätzlich mit Feigen, Datteln, weichem Weißbrot oder Gerste-Stopfnudeln. Herkunftsland ist meist Frankreich (80%), in D, AT und CH verbietet das Tierschutzgesetz das Mästen.

Der 4-wöchige Stopfprozess, der ausschließlich männlichen Tiere, ist in der Tat widerlich: Hals lang ziehen, Metallrohr rein, über Luftdruck Speisebrei einpumpen. 3mal täglich, pro Tag ca. 3 Kilo. In dem kurzen Leben sind das 90 kg in 4 Wochen.

Bei so viel vollstopfen, steigt der Nährwert. 50 g Foie Gras haben 262 kcal mit 24,8 g Fett, das zudem ein schlechtes Lipidprofil aufweist. (hauptsächlich Palmitinsäure; ein gesättigtes Fett, das negativ den Cholesterinspiegel beeinflusst).

Sicher, schmeckt schon lecker. Besonders gebraten. Aber in Punkto Ethik und mit Blick auf den Kaloriengehalt liegt Herr Puck mit seiner Entscheidung richtig. Und ja, andere Masttiere – Schwein, Huhn und Rind – leiden auch. Aber die kann man wenigstens aus artgerechter Haltung kaufen.


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