Typisch amerikanisch?
Wir Berliner erleben heute die Eröffnung der neuen Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, pünktlich zum Independence Day am 4. Juli. Just an diesem Tag stießen wir auch auf ein sehr bizarres amerikanisches Gericht, nennen wir es den “All-in-One”-Braten. So sieht er aus:

Erstmal ganz appetitlich, wie ein Thanksgiving-Truthahn mit Füllung. Aber wenn man hört was es ist, wird einem etwas schlecht: Der von den Amerikanern liebevoll genannte “Turducken” ist nicht etwa nur Truthahn (engl.: turkey). Nein er ist auch Ente (engl.: duck). Ganz nach dem Prinzip einer russischen Matroschka werden hier diverse Tiere ineinander gesteckt. Ja richtig gehört!
Erst kommt der Truthahn. Der sollte groß sein, damit viele andere Tiere noch Platz in ihm finden. Dann stopft man eine Ente rein. Die sollte auch noch ordentlich “Resonanzkörper” mitbringen, weil das war noch nicht alles: In die Ente kommt ein kleines Hühnchen. In das Hühnchen kommen noch Würstchen umwickelt von Schinken (Wer hätte gedacht, dass ein Schwein in ein Hühnchen passt?). Noch etwas Käse für den Schmelz dazwischen schieben und schon ist es fertig, das traditionelle amerikanische Festtagsgericht.
Nicht nur, dass man mit dieser Mahlzeit ganze Dörfer für Wochen ernähren könnte, ist es doch auch eine sehr gierig anmutende und bizarre Art mit Tieren als Nahrungsquelle umzugehen. Ich will hier keinesfalls Moralapostel spielen, aber bei mir sagt die innere Stimme: Das ist überflüssig, verschwenderisch und auch irgendwie respektlos Tieren und hungernden Menschen gegenüber.
Hoffen wir mal das die Herrschaft der Botschaft heute etwas bescheidener isst. Immerhin hat die traditionelle amerikanische Küche weit mehr zu bieten als solche Ungeheuer. Ein Tier sollte vielleicht auch reichen. Schon rein wegen der Geschmackszuordnung…
Bild: © The CJM / flickr.com