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Typisch amerikanisch?

Wir Berliner erleben heute die Eröffnung der neuen Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, pünktlich zum Independence Day am 4. Juli. Just an diesem Tag stießen wir auch auf ein sehr bizarres amerikanisches Gericht, nennen wir es den “All-in-One”-Braten. So sieht er aus:

Turducken

Erstmal ganz appetitlich, wie ein Thanksgiving-Truthahn mit Füllung. Aber wenn man hört was es ist, wird einem etwas schlecht: Der von den Amerikanern liebevoll genannte “Turducken” ist nicht etwa nur Truthahn (engl.: turkey). Nein er ist auch Ente (engl.: duck). Ganz nach dem Prinzip einer russischen Matroschka werden hier diverse Tiere ineinander gesteckt. Ja richtig gehört!

Erst kommt der Truthahn. Der sollte groß sein, damit viele andere Tiere noch Platz in ihm finden. Dann stopft man eine Ente rein. Die sollte auch noch ordentlich “Resonanzkörper” mitbringen, weil das war noch nicht alles: In die Ente kommt ein kleines Hühnchen. In das Hühnchen kommen noch Würstchen umwickelt von Schinken (Wer hätte gedacht, dass ein Schwein in ein Hühnchen passt?). Noch etwas Käse für den Schmelz dazwischen schieben und schon ist es fertig, das traditionelle amerikanische Festtagsgericht.

Nicht nur, dass man mit dieser Mahlzeit ganze Dörfer für Wochen ernähren könnte, ist es doch auch eine sehr gierig anmutende und bizarre Art mit Tieren als Nahrungsquelle umzugehen.  Ich will hier keinesfalls Moralapostel spielen, aber bei mir sagt die innere Stimme: Das ist überflüssig, verschwenderisch und auch irgendwie respektlos Tieren und hungernden Menschen gegenüber.

Hoffen wir mal das die Herrschaft der Botschaft heute etwas bescheidener isst. Immerhin hat die traditionelle amerikanische Küche weit mehr zu bieten als solche Ungeheuer. Ein Tier sollte vielleicht auch reichen. Schon rein wegen der Geschmackszuordnung…

Bild: © The CJM / flickr.com


Verfasst von Claudia am 4. Juli 2008 um 13:08 |

8 Kommentare

Tapedeck am 4. Juli 2008 um 13:44

Ehrlich gesagt sieht das garnicht so appetitlich aus oO (bis auf den Truthahn ;) )

Claudia am 4. Juli 2008 um 13:59

Ja den mein ich. Die Füllung ist ja immer etwas undefinierbar - die also lieber grundsätzlich außer Acht lassen ;-)

Matthias am 4. Juli 2008 um 14:33

Die spinnen, die Amerikaner!

Alexander Langer am 4. Juli 2008 um 14:35

Wenn ich das sehe und lese, macht mich das zwar nicht im geringsten “an”, aber moralische Bedenken habe ich auch nicht. Ob die Viecher nun der Reihe nach zubereitet und nebeneinander “aufgebahrt” werden, oder ob man sie zu einem undefinierbaren Mansch (”Wurst” genannt) verarbeitet, oder wie hier gezeigt ineinander verschachtelt ist für die Tiere doch ziemlich unerheblich.

Wer macht sich denn Gedanken über die Würde seiner tierischen Nachrungsquelle, wenn er sich ein Leberwurstbrot schmiert? Ist für mich Doppelmoral da derart Unterschiede zu konstruieren….

Claudia am 4. Juli 2008 um 14:48

Ich hab auch nur von meiner inneren Stimme berichtet :-)

Jens am 6. Juli 2008 um 21:23

Die gefüllten Braten sind nicht so mein Ding. Aber wenn es schmeckt guten Appetit.

» Noch ein Stück Ratte? » amapur Blog | Gesund abnehmen und leben |[] am 10. Juli 2008 um 14:27

[...] uns letzte Woche der amerikanische “Turducken” geschockt hat, lässt der nächste Schreck nicht lang auf sich warten: Neben wirklichen [...]

» Politische Eiscreme » amapur Blog | Gesund abnehmen und leben |[] am 14. Oktober 2008 um 12:21

[...] ja was wären wir nur ohne die Amerikaner? Schon oft haben Sie uns mit unheimlichen und skurrilen Essgewohnheiten zu einem Beitrag inspiriert. Auch heute wieder. Diesmal steht alles [...]

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