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Fremde Gemüse: Holunderbeere

Was man mit den Blüten des Holunderbeeren-Strauchs anstellen kann, darüber haben wir zu dessen Blütezeit (April/Mai bis Juni) berichtet. Mittlerweile haben sich aus den hübschen kleinen weißen Blüten kugelrunde dunkelviolette - fast schwarze - Beeren entwickelt. Daher auch die Bezeichnung “Schwarzer Holunder”.

holunderbeereDie kleinen Beeren sind gesund: reich an Vitaminen - besonders Vitamin C, B1, B2 und A - und stärken damit das Immunsystems. In den Holunderbeeren finden sich aber auch antioxidativ wirkende Flavonoide und Gerbstoffe - vor allem das farbgebende Anthocyan.

Holunderbeersaft wird auch als Hausmittel gegen Rheuma, Ischias und Neuralgien eingesetzt. Saft, Tee, Sirup oder Suppe aus Holunderbeeren sollen dann auch gleich bei den ersten Anzeichen einer Erkältung genommen werden.

Holunderbeeren gibt es nicht in der Gemüseabteilung im Supermarkt - man muss sie selbst sammeln.  Besser gesagt die reifen Dolden vorsichtig von den Sträuchern abpflücken. Aber bitte auf keinen Fall die Holunderbeeren roh in den Mund stecken. Das schmeckt nicht und verursacht Brechreiz und Übelkeit.

Zu Großmutters Zeiten war Holunder ein populäres Volksheilmittel - darum auch als “Herrgottsapotheke” bezeichnet. Heute weiß kaum noch jemand etwas mit den Beeren anzufangen. Dabei lassen sich diese gut zu Saft, Suppen, Mus, Wein oder Marmelade verarbeiten. Ich kann mich noch sehr gut an die überaus leckere Holunder-Beeren-Suppe meiner Großmutter erinnern. Und die geht so:

Zutaten:

  • 1 kg Holunderbeeren
  • 1 L Wasser
  • 2 EL Speisestärke oder Guarkernmehl
  • 5 EL Zucker
  • 1 Zimtstange oder loser Zimt
  • 2 Nelken
  • Zitronensaft
  • 1 Prise Salz

Die Holunderbeeren vorsichtig (am besten mit einer Gabel) von den Dolden abstreifen. Die Beeren mit etwas Wasser weich kochen und durch ein Sieb passieren. Das passierte Holunderbeeren-Fruchtmark mit Wasser auffüllen und mit Zucker, Zimtstange und Nelken in einem Topf zum Kochen bringen. Äpfel schälen und klein schneiden oder raspeln und mit in die Suppe geben. Die Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren (oder Guarkernmehl verwenden) und die Suppe damit binden. Mit Zitronensaft und einer Prise Salz abschmecken und heiß servieren.

Als besonders “i-Tupfl” setzte meine Großmutter der Holunderbeeren-Suppe immer noch kleine “Häubchen” aus steif geschlagenem, leicht mit Vanillezucker gesüßtem, Eiweiß auf.

Bild: beekeeper/pixelio.de

Verfasst von Marion am 29. August 2008 um 10:21 |

1 Kommentar

Horst am 29. August 2008 um 11:22

Wie, was? Fremd? Ist es echt schon soweit, dass man Holunder nicht mehr kennt? Dabei ist er so tief verwurzelt in unserer Kultur wie kaum ein anderes Gewächs. Immerhin wohnt in ihm die germanische Göttin Holla, die jedes Kind als Frau Holle kennt. Die Christen machten dann daraus die Hölle.

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