Keine Angst vorm Zugreifen: Erste Hilfe

Aus Angst etwas falsch zu machen, wird oft gar nichts unternommen. Ich fand die neueste Meldung zur Qualität der ersten Hilfe in Deutschland recht erschreckend. Schließlich kann es sehr schnell gehen – Autounfall, Schlaganfall, Ohnmacht etc. Da wär’s schon klasse, wenn man sich auf fremde Hilfe verlassen könnte. Darum an dieser Stelle eine kleine Auffrischung in Sachen 1. Hilfe:

  • Stabile Seitenlage: es ist völlig egal, wie sie hergestellt wird. Wichtig sind nur zwei Dinge: Der Mund muss der tiefste Punkt des Körpers, der Kopf überstreckt sein.
  • Herzdruckmassage: Ist bei einer Wiederbelebung am wichtigsten – sie kann die Überlebenschance verdreifachen – und darf deshalb nicht unterbrochen werden. So geht’s: Handballen oberhalb des Rippenbogens mittig auf dem Brustbein aufsetzen. Zweite Hand darüber legen. Fest drücken (4-5 Zentimeter tief), etwa zweimal pro Sekunde (Frequenz sollte bei 100 Druckmassagen in der Minute liegen).
    Nach zwei Minuten lässt laut Studien die Qualität der Herzdruckmassage oft nach. Heißt: sind mehrere Personen vor Ort, Helfer auszutauschen – den Wechsel möglichst schnell und ohne Unterbrechung erledigen.
  • Beatmung: mag ekelig sein – aber ist nun mal wichtig. Charité-Notarzt Jan Breckwoldt: “In den ersten drei Minuten ist es vollkommen untergeordnet, ob beatmet wird oder nicht. Da ist vom Laienhelfer nicht mehr als die Druckmassage gefordert.”
  • Helm ab oder nicht? Ist der verunfallte Motorradfahrer nicht ansprechbar, gilt “HONDA” (“Helm ohne nähere Diagnose abnehmen”). Abnehmen des Helms unter Schutz der Halswirbelsäule: der Kopf darf nicht zur Seite fallen.
  • Starke Blutungen: Beim Abbinden mit Absperrband, Handtuch oder Schal, verklumpt das Blut in den Gefäßen und kann zu Komplikationen beim Wiederöffnen führen. Stärkere Blutungen am besten mit einem Druckverband versorgen, bei massiven Blutungen auch ans Abdrücken oder Hochhalten denken.
  • Brandwunden: nicht mit Eis oder eiskaltem Wasser kühlen – zum Kühlen am besten lauwarmes Wasser verwenden.
  • Beine hoch hilft nicht immer: Bei bestimmten Erkrankungen, z.B. Herzinfarkt oder Luftnot kann es sogar Schaden. Die so genannte Schocklage eignet sich aber bei Kreislaufschwäche (z.B. zu niedrigem Blutdruck)
  • Knochenbrüche: statt nach Ästen zu suchen lieber auf den Rettungsdienst warten und in der Zwischenzeit das Körperteil ruhig stellen und kühlen.

Quelle: spiegel online, Bild: MarekCECH@istockphoto.com


1 Kommentar

  1. Ich möchte an dieser Stelle mal ein dickes Lob für euren Blog aussprechen!
    Ich hab mir mittlerweile fast alle Posts aus dem Archiv durchgelesen und fand sie ohne Ausnahme sehr informativ und amüsant. Vor allem die “250 kcal”-Bilder sind klasse, um verschiedene Lebensmittel im Vergleich zu sehen.
    Weiter so!

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