Luxusobst aus Japan: Obst für über 100 Euro das Stück!

Melone für 170 Euro, Mango für 150 Euro, Apfel für bis zu 75 Euro!

Das passende Geschenk zu finden, ist nicht immer einfach – besonders, wenn man die Person nicht gut kennt – wie zum Beispiel Geschäftspartner. In Deutschland werden dann oft Spirituosen oder Süßigkeiten verschenkt. In Japan hingegen wird bei besonderen Anlässen gern zu Obst gegriffen. Wer jetzt aber einen bunten Obstkorb vor Augen hat, liegt falsch. Qualitativ hochwertiges Luxusobst wie zum Beispiel eine Mango im Wert von 150 Euro, ein Kilo Kirschen für 200 Euro oder eine Melone für 170 Euro sind bei Japanern beliebte Geschenke für Geschäftspartner, die Familie (Geburtstag, zur Geburt) oder als Gastgeschenk.

Was macht das Luxus-Obst so teuer? Was ist das Besondere daran, und warum ist es in Japan so beliebt?

Zuerst muss man erwähnen, dass die Schmerzgrenze, wie viel Geld man in qualitativ hochwertige Lebensmittel investiert, bei vielen Japanern offensichtlich höher ist als bei uns Deutschen. Japaner legen im Allgemeinen überaus großen Wert auf die Qualität ihrer Lebensmittel und sehen es als Prestige an, solches Luxusobst verschenken zu können.

Luxusobst aus Japan

Der hohe Preis des Luxusobstes resultiert aus der extrem aufwändigen Zucht und individuellen Pflege jeder einzelnen Frucht. Melonen zum Beispiel werden während des Wachstums von Gärtnern der Sonne nach gedreht, regelmäßig poliert, mit Wassernebel besprüht, und es wird darauf geachtet, dass die Schale eine ganz bestimmte Musterung erhält. Dieses deutlich sichtbare Muster in der Schale erhalten die Melonen insbesondere dann, wenn sie täglich mit den Händen gerieben werden. Dazu tragen die Mitarbeiter der Obstanbau-Unternehmen weiße Handschuhe. Auf Wunsch gibt es auch Obst mit individuellen Mustern oder Motiven in der Schale. Beliebt sind Drachen.

Nur die besten Früchte erzielen in den Supermärkten Tokios Spitzenpreise. In den exklusiven Obstläden können sich Interessenten zu jeder Obstsorte und jeder einzelnen Frucht persönlich beraten lassen. Ist eine Wahl getroffen, wird das Geschenk aufwändig verpackt.

Doch nicht nur die japanische Bevölkerung weiß das Luxusobst zu schätzen. In China kann man zum Beispiel japanische Luxusäpfel zum Stückpreis von 12 bis 75 Euro kaufen. Als Vergleich: Ein chinesischer Apfel kostet in etwa ein Hundertstel davon.

Japan hat mit der Herstellung und dem Export des Luxusobstes offenbar eine Marktlücke entdeckt. Nach Thailand werden Kantalupmelonen exportiert, die dort für 240 Dollar (das entspricht circa 180 Euro) das Stück verkauft werden, nach Kuwait gehen Wassermelonen für je 170 Dollar (circa 125 Euro).

Eins ist ein Obst-Geschenk aber ganz sicher: Gesund! Zudem schlägt es nicht auf die Hüften. Daher können wir nur empfehlen, anstelle von Schokolade oder alkoholischen Getränken, auch öfter Obst und Gemüse hübsch verpackt zu verschenken.

Bilder:
Melone: Fotolia ©amphaiwan
Geschenk Obst: iStock ©ValentynV
Hintergrund: Fotolia ©kwasny221


1 Kommentar

  1. Wow, kaum zu glauben, aber kurioses gibt es. Obst ist auf jeden Fall ein gesundes Geschenk, aber über 100€ würde ich dafür nie im Leben bezahlen – nicht für ein Stück Obst, was normal unter 1€ kostet. Da habt ihr total recht, dass bei den Japanern die Schmerzgrenze scheinbar anders liegt.

    Ich bin auch nicht der Fan von zu perfekten Früchten. Soll man sie doch wachsen lassen, schmecken tun sie genauso gut.

    Aber solange es Leute kaufen, wird wohl weiter so ein irrer Aufwand betrieben. Solche Besipiele gibt es ja auch in Deutschland…

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