Neues aus der Hirnforschung

Wer kennt das nicht: Zu lange gearbeitet, telefoniert, mit Freunden ein Glas Wein getrunken oder einen Film gesehen. Es gibt viele Gründe, warum die Nacht kurz war – zu kurz. Bevor die Dusche kommt, wird erst einmal ein Kaffee aufgesetzt. Der Geruch von frischem Kaffee lässt den Tag gleich besser aussehen.

Wissenschaftler haben nun untersucht, warum das so ist. Das Ergebnis: Kaffeearoma treibt die Aktivität bestimmter Gene im Gehirn an, die der Körper bei Müdigkeit herunterregelt. Dazu entzogen die Forscher vom Nationalen Institut für Industrieforschung in Tsukuba Ratten für einen Tag den Schlaf. Anschließend untersuchte das Team von Yoshinori Masuo deren Gehirne und stellte ein reduziertes Niveau von elf Botenmolekülen fest.

Diese sogenannten mRNAs sind ein Maß für die Genaktivität. Wurde den Nagern Kaffeeduft zugefächelt, stellte sich die Aktivität von neun Genen wieder auf normal ein. Zwei Gene lieferten sogar eine höhere Aktivität als normal. Ob die Prozesse beim Menschen identisch sind, können die Forscher nicht beweisen. Das Ergebnis spreche aber dafür. Frischer Kaffee bringt schließlich viele Menschen wieder in einen wacheren Zustand.

Das Team möchte nun herausfinden, welche der anregenden Duftmoleküle diese Wirkung hervorrufen. So könnte zukünftig Mitarbeitern, die keine Zeit für einen Kaffee haben, das Aroma über die Klimaanlage in die Arbeitsräume zugeführt werden. Wir bevorzugen nachmittags lieber die Tasse Kaffee, sind aber gespannt auf das Ergebnis.

Bild: © dimakp/fotolia


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