Proteine gegen Jojo-Effekt

Gewicht zu halten erfordert mehr Disziplin als Gewicht zu verlieren. Deshalb schlägt bei vielen nach einer Hungerkur der Jojo-Effekt zu. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke untersuchte in einer Studie, wie sich der Jojo-Effekt am besten verhindern lässt.

Dafür wurden 500 Familien aus ganz Europa, 90 davon aus Deutschland, untersucht. Die erwachsenen Studienteilnehmer mussten zunächst 8 Prozent ihres Gewichts abnehmen.

Danach wurde beobachtet, mit welcher Ernährungsweise die Probanten erfolgreich ihr Gewicht halten konnten. 5 Ernährungsarten standen zur Auswahl und wurden den Studienteilnehmern per Zufall zugeordnet:

1) erhöhter Eiweißanteil und niedriger Glykämischer Index (Glyx): 25-30% Fett, 25% Eiweiß, 45-50% Kohlenhydrate. Viel mageres Fleisch, Fisch & Milchprodukte in Kombination mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel nur gering ansteigen lassen (zum Beispiel: Vollkornbrot).

2) erhöhter Eiweißanteil und hoher Glyx: 25-30% Fett, 25% Eiweiß, 45-50% Kohlenhydrate. Viel mageres Fleisch, Fisch und Milchprodukte in Kombination mit Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen (zum Beispiel: Weizenmehlprodukte oder Süßigkeiten).

3) normaler Eiweißanteil und niedriger Glyx: 25-30% Fett, 12% Eiweiß, 55-60% Kohlenhydrate. Milchprodukte, Fleisch & Fisch in Maßen und vollwertige, kohlenhydratreichen Lebensmittel (Vollkorn)

4) normaler Eiweißanteil und hoher Glyx: 25-30% Fett, 12% Eiweiß, 55-60% Kohlenhydrate. Milchprodukte, Fleisch & Fisch in Maßen und Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen.

5) eine individuelle Diät: Dabei orientiere man sich an bestehenden Ernährungsempfehlungen (ausgewogene Mischkost)

Die vorläufige Erkenntnis (die Studie dauert noch an):
Studienteilnehmer, die sich nach Variante 1 – erhöhter Eiweißanteil, niedriger Glykämischer Index ernährten – nahmen nach der Diätphase weniger zu. Der Jojo-Effekt war bei ihnen geringer. Ein Indiz dafür, dass nicht allein der niedrige Glykämische Index, sondern der erhöhte Eiweißanteil vorteilhafter für eine langfristige Gewichtsreduktion ist.

Eiweiß sättigt nicht nur mehr als andere Nährstoffe. Es begünstigt außerdem den Muskelaufbau. Muskeln sind ein effizienter Fettverbrenner unseres Körpers. Umso mehr Mukkis, desto höher ist unser Grundumsatz. Der Körper verbrennt mit mehr Muskelmasse auch in Ruhe mehr Energie. Für unser tägliches Schlank-Essen heißt das: mageres Eiweiß kombiniert mit Vollkornprodukten.

Jetzt aber nicht denken “viel hilft viel” und sich einer eiweiß- und fettreichen Diät (z.B. Atkins-Diät) zuwenden. Der tägliche Eiweißanteil betrug in der Studie maximal 30%. Eiweiß war also nicht absoluter Hauptbestandteil des Speiseplans. Während der Studie wurden übrigens ganze 8.500 Kilo abgespeckt. Das entspricht etwa einem voll beladenen LKW.

via iwd, Bild: © YinYang /istockphoto.com


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