Rauchen und Zunehmen für den Staat?

Nein, Sie haben sich nicht verlesen! Will man dem Staat, besonders den Haushaltskassen, etwas Gutes tun, dann zündet man sich am besten eine Zigarette nach der anderen an. Zwischendurch darf es dann gern was richtig Fettiges und Kalorienreiches sein, damit man schön an Gewicht zulegt.

Nach einer Studie des niederländischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt, die am Montag in der Fachzeitschrift „Public Library of Science Medicine“ veröffentlicht wurde, verursachen Normalgewichtige und Nichtraucher mehr Kosten als Übergewichtige und Raucher. Der Grund ist einfach: Je länger man lebt, desto häufiger nutzt man die Leistungen des Gesundheitssystems. Nun bekommen Nichtraucher und sportlich aktive Deutsche oben drauf noch Bonuspunkte bei ihrer Krankenkasse. Das macht sie zusätzlich teurer.

Damit das Ganze jetzt nicht nach Milchmädchen-Rechnung aussieht, muss man natürlich auch die Kosten für Übergewichtige und Raucher einbeziehen. Übergewichtige kosten im Alter von 20 und 56 Jahren nämlich mehr als Normalgewichtige.

Die geringere Lebenserwartung relativiert die Kosten jedoch über die Gesamtlebensdauer: normalgewichtige, gesunde Menschen haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 84 Jahren während Raucher durchschnittlich nur 77 und Übergewichtige nur 80 Jahre alt werden. Diese kürzere Lebensdauer spart dem Gesundheitssystem mehr Geld ein, als es für die Krankheiten und Behandlungen als Folgen eines ungesunden Lebensstils zahlen muss.

Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass gesunde Menschen mit zunehmendem Alter ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko haben, während Übergewichtige häufig an Diabetes erkranken. Nach den Hochrechnungen fallen folgende Kosten für das Gesundheitssystem an:

  • Schlanker Nichtraucher ab dem 20.Lebensjahr: 281.000 Euro
  • Übergewichtiger ab dem 20. Lebensjahr: 250.000 Euro
  • Raucher ab dem 20. Lebensjahr: 220.000 Euro

In diesem Falle sollte man auf keinen Fall dafür sorgen, dass der Staat spart. Ein Preis von ca. 46.000 Euro für durchschnittlich 5,5 Jahre Leben und bestimmt auch eine höhere Qualität desselben, ist eben kein Schnäppchen.

via Welt Online, Bild: © Adel/www.pixelio.de


1 Kommentar

  1. Hallo,

    als Kritikerin der Antirauchpolitik finde ich einen solchen Hinweis hier natürlich gut.
    Anzumerken ist aber, daß dies natürlich umstritten ist. Eigerechnet werden könnten z.B. auch die Produktivitätsverluste durch Kranheitstage auf der einen und die Tabaksteuer auf der anderen Seite. Komplexe wirtschaftswissenschaftliche Rechnungen kommen auf ein Nullsummenergebnis.

    Wichtig ist zu begreuifen, Leben nicht in Maßzahlen und Effizienzen zu rechnen, dies heißt auch abweichende, rauchende Lebensentwürfe zu akzeptioeren.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Meanwhile in Canada…. - Rauchen ist todschick at kein-Rauchen - [...] Quebec als auch die Regierung in Ottawa da dagegen gestellt haben und die Ausnahmeregelung die bis dieses Jahr galt …

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>