Starker Geschmack gegen Übergewicht

Zwei amerikanische Neurowissenschaftler, Peter Kovacs und Andras Hajnal, verglichen normale Ratten mit Ratten, bei denen ein Gendefekt die Entfaltung eines Sättigungshormons beeinträchtigte. Die Ratten mit dem Gendefekt entwickelten einen Heißhunger auf Süßes und Fettiges und in dessen Folge Übergewicht und Diabetes.

Erhielten die Übergewichtigen Ratten etwas Süßes (unterschiedlich stark konzentrierte Rohrzuckerlösungen), so sprach ihr Gehirn nur zögerlich auf das Signal von der Zunge an. Bei den dicken Ratten war die durch den Zuckergeschmack ausgelöste Nervenreaktion um 50 Prozent schwächer als bei den schlanken Ratten.

Erst bei hohen Zuckerkonzentrationen arbeiteten die Nerven der Übergewichtigen Ratten mit voller Kraft. Die verzögerte Reaktion trat allerdings nur als Reaktion auf Süßes auf, nicht bei salzigen oder sauren Nahrungsmitteln.

Nach den Ratten-Versuchen kamen die beiden Neurowissenschaftler zu dem Schluss, dass ein Abstumpfen des Geschmackssinns zu Übergewicht führen kann:

“Wenn schmackhafte Speisen einen schwächeren Sinneseindruck hervorrufen, neigt man dazu, mehr davon zu essen.”

Ein fataler Teufelskreislauf, denn eigentlich sollten Übergewichtige gerade die leeren Kalorien in Süßigkeiten – mit viel Fett und Kohlenhydraten – meiden. Das Rattenexperiment zeigt aber, dass bei Übergewicht die Geschmackswahrnehmung abstumpft, damit das Kontrollsystem im Gehirn versagt und mehr gegessen wird als nötig.

via scienceticker


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