Linsen sind klasse und das nicht nur als Fleisch-Eiweißersatz für Vegetarier. Das zur Gruppe der Hülsenfrüchte gehörende Gemüse ist reich an Eiweiß, an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen (gegen freie Radikale). Fett ist kaum drin - nur 1,2 g pro 100 Gramm Linsen. In der Summe ergibt das einen kalorienarmen Nährwert von nur 309 kcal pro 100 Gramm getrocknete Linsen.
Noch mehr Eiweiß kann man aus den Linsen hervorzaubern, wenn man sie schlau mit anderen Lebensmitteln kombiniert. Man also die biologische Wertigkeit des Eiweißes erhöht. Das geht, indem man die Linsen - wie die Inder - in Kombination mit Getreide oder Getreideprodukten wie Brot oder Reis verzehrt.
Linsen sind - wie auch andere Hülsenfrüchte - reich an Selen. Ein Mineralstoff, der Immunabwehr stärkt und dem Körper hilft, Schwermetalle auszuscheiden und abzubauen. Aber auch andere Mineralien und Vitamine sind reichlich enthalten: Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Pantothensäure, Vitamin B6 und Folsäure.
Dank der B-Vitamine und der komplexen Kohlenhydrate (die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen - niedriger Glykämischer Index) sind Linsen ideal für Kopfarbeiter, denn sie lassen uns länger leistungsfähig bleiben.
Einzig bekannte Nebenwirkungen der Linsen: 1. Gichtkranke sollten sie wegen des hohen Puringehalts meiden, und 2. es kann Blähungen geben. Gegen 1. hilft nur: bei Gicht nicht essen. Bei 2. helfen: Nase zu und durch oder das Würzen des Linsengerichts mit Verdauung fördernden Kräutern wie Ingwer, Kümmel, Senf, Lorbeer oder Bohnenkraut.

Was kocht man aus den Linsen?
Am typischten sind Linsensalat (warm oder auch kalt), Linsensuppe (püriert), Linseneintopf. Es gibt eine ungeheure Rezeptvielfalt mit Linsen, viele auch aus der indischen oder marokkanischen Küche. Neben den Klassikern Linseneintopf süß/sauer oder Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle, können Linsen auch richtig exotisch sein: mit Mango oder Kokosmilch, im Risotto oder zu Fisch.
Wichtig ist, die Linsen erst nach dem Kochen zu salzen bzw. zu würzen, da sich sonst die Garzeit verlängert bzw. die Linsen hart werden.
Rezept: Rote Linsensuppe mit Ingwer
Hinein kommen: 300 g rote Linsen, 1,5 Liter Gemüsebrühe, 1 mittelgroßes Stück Ingwer, 1 Schalotte, 3-4 mittelgroße Karotten, 150 ml Orangensaft, 2 EL Kokosmilch (Dose), 1 EL Erdnussmus, 1 frische Knoblauchzehe, Cayennepfeffer, Chili, Salz
Ingwer und Knoblauch schälen und in kleine Stücke schneiden. Karotten in Scheiben schneiden. Zwiebel würfeln und andünsten. Ingwer, Karotten, Knoblauch und Linsen und Gemüsebrühe hinzugeben. Das Ganze ca. 15-20 Minuten köcheln lassen. Dann pürieren und mit Cayennepfeffer, Erdnussmus, Chili, Kokosmilch, Orangensaft und Salz abschmecken.

Rezept: Brauner Linseneintopf mit Möhren & Pastinaken
Hier noch eine Idee für einen selbst gemachten Linseneintopf. Geht schnell und schmeckt: 2 Möhren, 2 Pastinaken, 2 kleine Zwiebeln, 150 g braune Linsen, Essig, Zucker, Gemüsebrühe, Salz & Pfeffer
Die Linsen wie auf der Verpackung beschrieben kochen. Das Gemüse (Karotten, Pastinaken, Zwiebeln) klein schneiden und nach 10 Minuten zu den kochenden Linsen dazu geben. Weiter kochen bis das Gemüse gar ist. Mit Gemüsebrühe, etwas Essig und Zucker sowie Salz und Pfeffer würzen. Fertig. Ach ja - der Linseneintopf macht satt und schlank, mit gerade mal knapp 300 kcal pro Portion!

Übrigens: eine große Portion Linseneintopf mit einer Scheibe Vollkornbrot liefert dem Körper genau so viel Eiweiß wie ein Steak.