Wasser sparen

Als die 3 größten Herausforderungen für das 21. Jahrhundert sehen Umweltexperten und Wissenschaftler Erstens: die Energie (also Sprit und Strom), Zweitens: den Klimawandel und Drittens: den Wasserverbrauch. Denn auch Wasser wird knapper. Beschränken sich die größten Wasserressourcen doch auf nicht trinkbares Salzwasser.

Der Preis für Wasser steigt auch in Deutschland kontinuierlich, so dass beim Wasser sparen auch das Portmonee geschont werden kann. Dafür sollte man ein Bewusstsein entwickeln, wo das meiste Wasser verbraucht wird. Wir sind es ja gewohnt “Wasser aus Wand” zu haben und sehen gar nicht wie viele tausend Liter wir unbewusst verplanschen.

Der Wissenschaftler John Anthony Allen hat dafür das “virtuelle Wasser” bestimmt. Das “virtuelle Wasser” errechnet sich aus der Wassermenge, die für Herstellung und Handel alltäglicher Produkte aufgewendet werden muss. Ähnlich wie bei der Berechnung des CO2-Ausstoßes von Lebensmitteln.

Man glaubt ja gar nicht, wie viel Wasser in einer Tasse Kaffee steckt. Nämlich weit mehr als die Menge, die man in die Maschine kippt. Aufzucht, Ernte, Verarbeitung, Verpackungsmaterial und Transport der Bohnen für eine einzige Tasse Kaffee verbrauchen dann mal locker 140 Liter Wasser. Hier noch ein paar Beispiele:

  • Ein Mikrochip = 32 Liter Wasser
  • Ein Apfel = 70 Liter Wasser
  • Ein Auto = 400.000 Liter Wasser
  • Eine Baby-Windel: 810 Liter Wasser
  • Eine Scheibe Brot = 40 Liter Wasser
  • Eine schicke Jeans: 11.000 Wasser
  • Ein Hamburger: 2.400 Liter
  • 1 Blatt Papier = 10 Liter Wasser

Mehr Informationen zum Wasserverbrauch weiterer Güter, findet man auf waterfootprint.org. Nicht nur das Lebensmittel viel Wasser “fressen”. Unsere alltäglichen Bedürfnisse wie Duschen, Toilettengang, Wäsche waschen und Kochen verbrauchen noch viel mehr Wasser. Der Wasserkonsum in Deutschland stieg von durchschnittlich 127 Litern auf ganze 4.000 Liter täglich. Man kann seinen individuellen Wasserverbrauch gleich mal hier ausrechnen.

Mein Wasserverbrauch wurde auf 1.341 Kubikmeter pro Jahr geschätzt. Ein Kubikmeter Wasser entspricht 1.000 Litern. Mein “virtueller Wasserverbrauch” liegt also bei 1.341.000. Hui, das hört sich nach viel zu viel an. Dabei liege ich ohne Auto noch unter dem Durchschnitt mit täglich umgerechnet 3.673 Litern Wasserverbrauch. Bei Autofahrern und Viel-Fleisch-Essern summieren sich noch noch ein paar 100 Liter oben drauf.

Man möchte natürlich nicht auf die tägliche Dusche, die Waschmachine und den Geschirrspüler verzichten, doch sollte man sein Verhalten immer wieder hinterfragen. Das fängt beim Zähneputzen an, wo der Wasserhahn nicht durchgehend laufen muss, und hört bei der halbvollen Waschmaschine auf, die eigentlich erst 2 Tage später voll gewesen wäre.

via natur.de, Bild: © Matt1234/ istockphoto.com


5 Kommentare

  1. Interessante Aufstellung. Über den Verbrauch von “virtuellen Wasser” habe ich noch nie nachgedacht. Aber die Werte sind wirklich faszinierend. Ist das aber effektiv so schlimm? Ich kenne mich mit der Materie nicht so aus und habe eine (vielleicht) etwas naive Meinung dazu: Das Wasser wird ja nicht “ver”braucht. Nach der Verwendung kann es ja meistens geklärt und wieder genutzt werden. Ansonsten hätten wir bei den Mengen sicherlich bald ein ernstes Problem.

    Kleine Notiz am Rande: Eine Geschirr-Spülmaschine benötigt im Betrieb weniger Wasser als das Spülen mit der Hand. Wobei das natürlich (noch) nicht den Wasserbedarf für die Produktion der Maschine einbezieht.

  2. Der “Verbrauch” von Wasser ist natürlich nicht wirklich ein Verschwinden der Ressource. Es ist nicht “naiv” das zu glauben, sondern wurde uns allen in der Schule als Kondensation beigebracht (Ihh Physik!). Wo Wasser verbraucht wird entsteht auch immer wieder Wasserdampf oder Abwasser. Wasser wird aber auch durch den Klimawandel immer knapper und wegen des steigenden Bedarfs der Entwicklungsländer (Afrika!). Man spricht ja auch von Wüstenausbreitung und, und, und. Wie viel “Panikmache” hinter der auserkorenen Wassernot steckt, kann auch ich nicht sagen. Sparen schadet aber erstmal nicht.

    Auch wir Menschen produzieren letztendlich Wasser. Ich wüsste gern mal wie viel Liter Wasser ein Mensch pro Tag an seine Umwelt abgibt (Atmen, Schwitzen, und naja Pipi halt). Das würde die Tasse Kaffee am morgen bestimmt kompensieren ;-)

  3. Ich denke auch, dass das mit dem Wasser sparen schon ein wenig krass dargestellt wird. Denn wie meine Vorredner es schon angesprochen haben wird Wasser ja nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt. Jedoch sollte man schon ein wenig Wasser sparen, damit man seinen Geldbeutel ein wenig schonen kann, denn die Wasserpreise steigen auch immer weiter an. Und wo sollte man anfangen mit sparen, wenn nicht im eigenen Haushalt.

  4. Die Diskussion über den virtuellen Wasserverbrauch ist sicherlich interessant. Allerdings ist auch bei uns der direkte Wasserverbrauch von Bedeutung. Wenn man bedenkt das wir viel Wasser warm verbrauchen und dazu jede Menge Heizenergie benötigt wird, die in der Regel aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Dies verursacht CO2-Emissionen und trägt zur Klimaerwärmung bei. Hier gibt es einige Tipps wie man warmes Wasser sparen kann.

  5. Naja eigentlich hat er Recht. Bei der Produktion von allem wird eine Unmenge an Energie und Wasser verbraucht. Das ist nichts Neues. Es werden ca. nur 30% der Energie von privaten Haushalten gebraucht. Der Rest geht auf die Kappe von Unternehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch private Haushalte Wasser sparen sollten… Jeder ist da jedem gegenüber selbst verantwortlich. Und wer es schon nicht für die Umwelt tut, sollte es wenigstens für den Geldbeutel tun.

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