Weihnachten bei unseren Nachbarn!

Man ist doch oft in den Ferien da gewesen, trotzdem weiß man nicht so viel über die unterschiedlichen Festlichkeitsrituale. Egal ob Polen, Spanien, England oder Russland – es ist doch ganz nah aber trotzdem etwas anderes.

Wesolych Swiat i Szczesliwego Nowego Roku!

  • Heiligabend in Polen einen schönen saftigen Braten…nein danke. Am 24. Dezember ist Fleischverbot angesagt. Auf den Tisch kommt eingelegter Fisch, Karpfen in Biersauce, Piroggen und Mohnkuchen. Traditionell wird auch ein Gedeck mehr aufgelegt, falls ein unerwarteter Gast von dem leckeren Karpfengeruch angelockt wird. Unter dem Tischtuch befindet sich Stroh – jeder Gast darf einen Halm herausziehen und aus der Halmlänge Rückschlüsse über die Länge seines Lebens ziehen.

Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo!

  • Weihnachten und Lotto hat für die Deutschen nichts miteinander zu tun, in Spanien schon! Ein zweistelliger Lottogewinn wird in Spanien am 22. Dezember verlost und gehört seit Anfang des 19. Jahrhunderts fest zum vorweihnachtlichen Ritual der Spanier. Jeder hat einen Lottoschein und es entsteht fast eine nationale Hysterie.Der 24.12. ist in Spanien noch ein ganz normaler Arbeitstag, erst abends trifft man sich mit der ganzen Familie und isst typischerweise Meeresfrüchte, Fisch, besonders edles Fleisch oder Lamm. Traditionell gibt es in Spanien die Geschenke zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar. Mittlerweile hat es sich aber in den Großstädten eingebürgert, dass die Geschenke kurz vor Mitternacht am Heiligen Abend verteilt werden. Am 25. Dezember gibt es mittags fast überall gefüllten Truthahn mit Gemüse.

Merry Christmas and a Happy New Year!

  • Im sonst eher prüden England ist zu Weihnachten das Küssen erlaubt. Traditionell wird der Türrahmen mit Mistelzweigen geschmückt und jede Frau sowie jedes junges Mädchen dürfen ungefragt am Christmas Day geküsst werden, sobald sie unter dem Türrahmen durch gehen. Und das ist noch nicht alles! Während des Weihnachtsessen werden Papierhütchen aufgesetzt und “Christmas Cracker” platzen gelassen. Zur Gans oder zum “Gregor” (gefüllter Truthahn mit Brot, Hackgemisch, Äpfeln und Pflaumen) gibt es Eierpunsch und anschließend den Christmas Pudding. Santa Claus legt die Geschenke in der Nacht von 24. auf den 25. Dezember ab.

Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva i s Novim Godom!

  • Die Russen machen es ganz anders. Da bringt nicht der Nikolaus die Geschenke, sondern “Väterchen Frost” und das auch erst am 31. Dezember. Das Weihnachtsfest feiern die orthodoxen Christen sogar erst am 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn. Die „Fleischesser“ unter uns gehen in Russland zu dieser Zeit leer aus. In der orthodxen Kirche gleicht die Weihnachtszeit eher einer Fastenzeit. Fleisch ist tabu, dafür gibt es Kutya. Das ist ein porridge-ähnliches Gericht aus Weizen- und anderen Getreidekörnen (sie stehen für Hoffnung) sowie Honig und Mohn (für Freude und Erfolg). Gegessen wird von einer Platte oder aus einer Schüssel, um Einheit zu symbolisieren. Natürlich fehlt zu Weihnachten auch Borschtsch nicht auf dem Speiseplan.

Egal wo und wie Weihnachten gefeiert wird, das amapur-Team wünscht schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bild: © senoldo/Fotolia


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