Wie gesund sind Fisch & Co.?

Erst gestern hatte ich wieder einen Shrimp-Reinfall. Ich will mir die kleinen Seetiere in einer Pfanne anbruzzeln um sie danach auf einem Salat zu drapieren und was passiert? Nach wenigen Minuten schwimmen die Kleinen in ihrem Element. Hochwasser in der Pfanne!

Oft werden Garnelen und Shrimps mit Wasser voll gepumpt um mehr auf die Waage zu bringen. Wenn man sie dann zubereiten will (hierzulande kauft man sie ja oft gefroren) kommt die Flut. Das ist zwar ärgerlich aber nicht gefährlich. Was ist aber mit den immer häufiger erwähnten Schadstoffen und Schwermetallen, die in Meeresfrüchten und Fisch enthalten sein sollen?

Shrimps_1Nicht selten können Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Quecksilber in den beliebten Fischsorten nachgewiesen werden. PCB ist ein sehr giftiges Pestizid und kann schon in geringer Konzentration zu Krebs, Impotenz und Missbildungen bei den Nachkommen führen. Toxikologen gehen davon aus, dass der Mensch zum Großteil über den Verzehr von Fisch in Kontakt mit PCB kommt.

Logisch, dass Meerestiere das Gift im Fleisch herumtragen, denn sie sind umgeben vom belasteten Wasser. Schlimmer noch: Die Konzentration der Giftstoffe steigt im Fischfleisch. Austern, Muscheln und kleine Krebse filtern das Wasser, sie atmen es ja ein. Die Giftstoffkonzentration kann so in manch Meeresgetier um das 10.000-fache höher sein als im umliegenden Wasser.

Bei diesen Fakten wird man ängstlich. Nicht nur, dass man auf Arznei-frei gezüchtete Fische achten sollte (sofern man es denn kann). Man muss auch davon ausgehen, dass frisch gefangener Fisch mit PCB, Chlordan, Toxaphen und anderen Pestiziden belastet sein kann. Was also tun? Kein Fisch mehr essen?

Dosenfisch_1Nein bloß nicht!  Zwei Mal in der Woche zum Fisch zu greifen ist immer noch gesünder als aus Angst vor Schadstoffen ganz darauf zu verzichten. Empfohlen werden 2 Portionen in der Woche, wobei eine Portion in Öl eingelegter Fisch sein sollte (z. Bsp. Thunfisch aus der Dose).

Fettreiche Seefische wie der Hering sind häufiger mit Pestiziden belastet, da die Giftstoffe größtenteils fettlöslich sind. Magere Fischarten wie Seelachs, Kabeljau, Flunder und Scholle sind deutlich geringer mit Schadstoffen belastet.

Auf Qualität achten! Werden die Fische auf Hochsee gefangen ist die Belastung meist geringer als in Seen. In Europa ist die Wasserbelastung geringer als in Asien. Je tiefer die Fangnetze, desto weniger Giftstoffe gelangen durch die Kiemen der dort lebenden Fische. Wer einen genauen Blick auf die Verpackung wirft oder an der Theke nachfragt, kann einer unnötig höheren Giftstoffbelastung vermeiden. Hier noch einige Kennzeichnungen, die Ihnen eine Hilfe beim Kauf sein können.

via: zentrum-der-gesundheit.de, verbraucher.org & oeko-fair.de
Bild Shrimps: © Razvan / istockphoto.com


5 Kommentare

  1. Dass es gesundheitlich sinnvoll ist, 2 Mal in der Woche Fisch zu essen glaube ich sehr gerne. Auch esse ich sehr gerne Fisch. Aber ob wir wirklich mit gutem Gewissen Fisch essen können, wenn man die Berichte von Umweltorganisationen liest, da bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Wenn man obigem Link zu den Kennzeichnungen folgt, sucht man beim MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei den Thunfisch vergeblich. Er hat bis jetzt wohl die Zertifizierung nicht geschafft. Auch bei Greenpeace ist der Thunfisch auf der roten Liste in der Kategorie “katastrophal”, auch der sogenannte “Delphin-freundliche” Thun. Können Sie unter diesen Gesichtspunkten Thunfisch tatsächlich empfehlen? Ich bin überhaupt keine militant grüne Person, aber hinsichtlich Fisch bin ich doch sehr unsicher geworden.

  2. Hallo Julia,

    Die Schadstoffbelastung bei Fischen ist durchaus besorgniserregend, trotz einiger Studien die besagen, dass die Pestizidbelastung zurückgegangen ist.

    Thunfisch kann man demnach genauso empfehlen (oder davon abraten) wie andere Fischsorten. Letztendlich zählt die, für den Verbrauchen leider schwer nachprüfbare, Qualität der Fischprodukte. Genauer: die Herkunft, die (regelmäßig) nachgeprüfte Belastung mit Pestiziden und die Verarbeitung.

    Da gibt es sicherlich große qualitative Unterschiede – egal ob frisch, in der Dose oder gefroren. Egal ob Thunfisch, Pengasius oder Hering.

    Ein spezielles Prüfsiegel für die Schadstoffbelastung (über die Höhe bzw. Gefahr der Belastung, begründet durch Fischart und Fanggebiet) könnte für den Verbraucher sicher Abhilfe schaffen.

    Mir ist ein solches Prüfsiegel nicht bekannt. Lediglich Herkunft, Aufzucht und Verarbeitung können derzeit besiegelt werden. Das hilft dem Verbraucher recht wenig, denn woher weiß man schon in welchen Gewässern die Pestizide hoch konzentriert sind und in welchen nicht?

    Im Fisch Essen bleibt dehalb ein Risiko verborgen. Wer sich auf Qualität aber verlassen kann (bei vertrauensvollen Züchtern und Händlern) der sollte weiterhin beruhigt Fisch essen. Wem dies zu riskant ist, dem seien wenigstens Omega-3- und Omega-6-Fischölkapseln ans Herz gelegt.

  3. Hallo zusammen!

    Wenn man danach geht, dürften so einige Dinge mehr nicht mehr gegessen werden. Alles in Maßen und nicht in Massen. Das ist mein Motto.

    MfG Jens

  4. Hmm, ich dachte eigentlich nicht nur an die Schadstoffbelastung sondern auch an die Überfischung und die zerstörerische Art, wie die Fische gefangen werden.

  5. Tier- und Umweltschutz sollten auf jeden Fall mitbedacht werden. Informationen dazu sollten für alle Verbraucher bereit stehen. Wie man dann dazu steht, welche Fang-und Züchtungsarten man für seinen Konsum vertreten kann und will ist (individuelle) Meinungssache. Uns ging es in diesem Artikel lediglich um die Gefahr des Fischkonsums bezogen auf Schadstoffe.

    Die Ergänzung dieser Disskussion mit Aspekten wie Tier- und Umweltschutz überlassen wir gern anderen Blogs die sich intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen. Wobei Kommentare dazu auch hier gern willkommen sind. Nur können wir auf solche gesamt-gesellschaftlichen Fragen und Meinungen leider nicht in all unseren Beiträgen eingehen. Da sind wir einfach keine Spezialisten und beschäftigen uns – leider – nicht ausreichend genug mit diesen Fragen.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>