Zu viel trinken ist schädlich

Da hieß es immer: Viel trinken ist gut für den Körper. Dies ist, laut einer Beobachtung in Kanada, nur bis zu einem gewissen Maße richtig.

Nachdem in der kleinen Stadt Walkerton (Kanada) das Trinkwasser im Jahr 2000 durch Bakterien konterminiert war, führte das London Health Sciences Centre eine Studie durch die eventuell auftretende gesundheitliche Nachwirkungen der Wasserverschmutzung prüfen sollte.

Dabei stieß das Forscherteam um William F. Clark auf einen überraschenden Nebenbefund: Von den 4496 untersuchten Einwohnern wiesen 100 Personen einen überdurchschnittlich hohen Eiweißwert im Urin auf . Darüber hinaus wurde eine hohe Urinmenge festgestellt, ganze 3 Liter innerhalb eines Tages.

Weder Medikamente noch Erkrankungen führten zu diesen erhöhten Eiweißwerten und Urinmengen. Ursache dieses, für die Nieren schädlichen, Eiweißverlustes war die aufgenommen Wassermenge der Betroffenen: Sie tranken weit über 2 Liter am Tag.

Von den 100 Betroffenen unterzogen sich 56 Personen daraufhin einem Urinkonzentrationstest. Das Ergebnis: Über Nacht, als die Probanten gar nicht tranken, erholten sich die Nieren und der Urin am Morgen hatte eine normale Eiweißkonzentration und Menge. Zusätzlich wurde die Trinkmenge auf unter 2 Liter am Tag gedrosselt. Das führte auch tagsüber wieder zu normalen Werten. Damit wurde der Zusammenhang von Trinkmenge und den erhöhten Eiweißwerten im Urin bewiesen.

Eine gesunde, durchspülende und entschlackende Wirkung hat der übermäßige Wasserkonsum also nicht. Ganz im Gegenteil: Zu viel schadet der Niere. Die Forscher gehen aber davon aus, dass bei den Probanten der Studie durch das exzessive Trinken und der damit erhöhten Urinausscheidung keine fortschreitenden Nierenschäden verursacht wurden.

Trotzdem: ca. 2 Liter am Tag reichen. Junge, gesunde Leute sollten auf ihr Durstgefühl vertrauen und nur leicht “einen über den Durst” trinken.

via Medical Tribune, Bild: © Nick Schlax / istockphoto.com


5 Kommentare

  1. Ich habe die Meldung auch gesehen, aber Überschrift und Inhalt passen nicht zusammen. Das Einzige was man doch sagen kann ist, dass viel trinken zu viel Pipi führt. Ein gesundheitliches Problem wurde gerade nicht festgestellt.

  2. Gesundheitliche Schäden waren laut Bericht nicht auszumachen. Auch nehmen die Forscher an, dass bei wiederkehrendem, normalen Trinkgewohnheiten keine Folgeschäden für die Leber von “Viel-Trinkern” zu erwarten sind.
    Gesundheitsschädlich bzw. -gefährdend ist die dauerhaft hohe Ausscheidung von Eiweißen und anderen lebenswichtigen Mineralstoffen. Bei “Ausschwemmung” dieser, für den Körper und dessen Funktionen wichtigen, Stoffe können Mangelerscheinungen und Schäden lnangfristig die Folge sein.
    Bei zu viel Wasser kann z.Bsp. der Salzhaushalt durcheinander geraten und Natriummangel (+ Durchblutungsstörungen) kann die Folge sein.
    Diese Schäden sind nur beim extremen Wasserkonsum (ab ca. 5 Liter täglich) über einen längeren Zeitraum zu erwarten. Gerade für Sportler im Sommer ist die Erhaltung des optimalen Wasserhaushalts problematisch. Sie müssen stets die Balance zwischen zu viel und zu wenig trinken halten um Mangelerscheinungen zu entgehen.

  3. Hallo zusammen! Statt normales Leitungswasser zu trinken und um Mangelerscheinungen vorzubeugen – wäre es doch durchaus sinnvoll Mineralwasser mit den entsprechenden Zusatzstoffen des täglichen Tagesbedarfs zu trinken. Wäre das nicht eine gute Alternative und Ergänzung …

  4. Mineralwasser ist dem Leitungswasser, obwohl dieses in Deutschland eine ausgezeichnete Qualität hat, immer vorzuziehen – aus den von dir genannten Gründen. Aber auch hier gilt: Wenn man zu oft zum Mineralwasser greift werden die Mineralstoffe, die mit Mineralwasser oder der Nahrung aufgenommenen wurden, wieder heraus gespült. Die Niere schafft einfach nur ein gewisses Pensum an Flüssigkeit.

  5. Sollten nicht mal die Ärzte zuerst aufgeklärt werden?
    Ich trinke wie besoffen Früchtetee, da meine Nieren etwas schwach arbeiten und liefere bei Abgabe des 24-Stunden-Urins 3 bis 4 Liter ab, damit die Nierchen schön durchgespült werden!!! Werte trotzdem nicht optimal! Nephrologe hat nicht Einhalt geboten!

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