Heutige Ernährungsfallen

Transfette, Industriezucker, Ballaststoffmangel - es gibt viele Hürden, die wir auf dem Weg zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung überwinden und identifizieren müssen. Nicht immer sind sie für uns auf Anhieb sichtbar. Wir möchten Ihnen helfen, einige der größten Ernährungsfallen besser zu erkennen.

 

Süßigkeiten sind Ernährungsfallen

Steigender Konsum von Zucker

Erst vor 150 Jahren lernten wir aus Zuckerrüben reinen Zucker zu gewinnen – für jedermann erschwinglich und in unzähligen Lebensmitteln enthalten. Schon in der frühen Kindheit werden wir heutzutage darauf programmiert, dass Essen etwas Gutes ist. Süßigkeiten werden dabei sehr gern als Belohnung für z.B. gute Leistungen in der Schule verwendet oder aber, um ein schreiendes Kind ruhig zu stellen. Solche „Belohnungsprogramme“ lassen sich nur schwer verändern und halten auch in unserem späteren Leben Einzug. Wir werden also bereits in früher Kindheit auf Zucker und den süßen Geschmack geprägt.
Doch leider ist der heute konsumierte Industriezucker fast chemisch rein und frei von Mineralsalzen und Vitaminen. Er kommt so in der Natur nicht vor. Die hohe Kohlenhydratkonzentration kann durch unseren Stoffwechsel in den meisten Fällen nicht verarbeitet werden. Dies führt zu Übergewicht und kann dauerhafte Erkrankungen zur Folge haben.


Ballaststoffe

Mangel an Ballaststoffen

Heutige Lebensmittel sind energiereich und leicht verdaulich. Oft befinden sich industriell behandelte Mehle in unserer Nahrung. Brötchen, Brote und Kuchen werden dadurch zwar haltbarer, es fehlt ihnen jedoch an wichtigen Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Ballaststoffen, die den Körper versorgen und uns nachhaltig Energie liefern – uns also satt machen. Das Resultat: Die Stoffwechselarbeit wird auf sehr kurze Zeit komprimiert und es kommt zu Müdigkeit und Leistungstiefs bis hin zu Verdauungsproblemen.


Fettspeicherung

Fabrikfette und Fettspeicherung

Man unterscheidet tierische von pflanzlichen Fetten sowie gesättigte Fettsäuren von ungesättigten. Generell gilt die Faustregel: Je stärker verarbeitet, desto ungesünder. Z.B. werden Öle oft stark erhitzt, was bei vielen Fetten dazu führt, dass sie für den menschlichen Organismus unbrauchbar oder sogar giftig werden.
Transfette, also gehärtete Fette, sind die ungesündesten Fette. Ausgerechnet diese sind jedoch in fast allen Fertigprodukten, wie Schokolade und Schokoriegeln, in Chips, Keksen, Kuchen aus dem Supermarkt, Frittiertem, Margarine, in Tütensuppen und -saucen enthalten.
Der menschliche Körper kann Fett in fast beliebiger Menge speichern. Dazu dienen 20 Milliarden Fettzellen, die sich vermehren und um ein Tausendfaches ausdehnen können, ähnlich der Vergrößerung vom Stecknadelkopf zum Golfball. Die früher überlebenssichernde Eigenschaft der Fettspeicherung ist heute ein Problem, denn Mangelzeiten gibt es durch die fortschreitende Industrialisierung, verbesserte Konservierungs- und Lagermöglichkeiten und besonders durch die Verwendung von Fabrikfetten kaum noch. Wir nehmen somit deutlich mehr Energie über das Fett auf als wir brauchen. Die zusätzlich aufgenommene Energie wird im Fettgewebe gespeichert. Fettdepots setzen sich dann besonders an Bauch, Po und Hüfte an.  


Getränke

Kalorienreiche Getränke

Auch heutige Trinkgewohnheiten tragen zu einer ungeahnt hohen Kalorienaufnahme bei. Alkohol, Soft- und Lightgetränke, süße Säfte und Wellness-Drinks sind wesentliche Dickmacher der Bevölkerung. Häufig suggerieren uns die Namen des Getränks eine gesundheitsfördernde Wirkung oder einen gewissen Livestyle. Eigentlich aber handelt es sich um Zuckerfallen. Die zusätzlichen Kalorien lassen sich nur schwer kontrollieren und liefern schnell die Energiemenge einer ganzen Mahlzeit.


Zu wenig Bewegung

Zu wenig Bewegung

Der Kalorienüberschuss an sich wäre weniger schlimm, würden wir uns zum Ausgleich ausreichend bewegen. Wir fahren mit dem Auto anstatt mit dem Fahrrad, nehmen den Fahrstuhl anstelle der Treppe. Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen.
Zusätzlich sitzt die deutsche Bevölkerung einen Großteil des Tages. Fakt ist: Zu viel Sitzen macht auf Dauer krank. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Bewegungsstudie der Techniker Krankenkasse. Demnach sitzen wir im Durchschnitt jeden Tag sieben Stunden. Jeder Vierte sitzt sogar täglich mehr als neun Stunden. Das schädigt nicht nur den Rücken sondern die gesamte Gesundheit.


Stress

Stress

Wer kennt das nicht: Morgens bleibt keine Zeit für ein gesundes Frühstück, und auf der Arbeit warten die ersten Kunden, Geschäftspartner stehen Schlange, und der tägliche Meetingmarathon ist schon fast Routine. Der ständige Zeitdruck und die Hektik lassen uns die Mittagspause am Schreibtisch verbringen, oder wir streichen sie sogar komplett. In solchen Situationen möchten wir uns (unbewusst) etwas Gutes tun und greifen gern schnell auf kalorienreiche Snacks oder Fertigprodukte zurück. Dadurch wird der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, erhält hingegen viel aufbereiteten Zucker und meist ungesunde Fette. Diese Gewohnheiten wirken sich negativ auf den Organismus aus und können zu Burnout und Essstörungen führen. Stress ist demnach ein wahrer Dickmacher und eine weit verbreitete Volkskrankheit.