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Andere Länder, andere Pizza

Wer meint, Pizza ist gleich Pizza, der täuscht sich gewaltig. Das Meiste was man an Pizza außerhalb Italiens bekommt, würde jedem „pizzaiolo“ in Neapel, Mailand & Co. die Tränen in die Augen treiben.
In Italien ist so Manches nicht „schicklich“ was Pizza backen angeht. So gehört zum Beispiel keine Salami auf den knusprig, dünnen Teig. Überhaupt ist der Italiener da recht einfach gestrickt: Die beliebteste Pizza in Italien ist die Margarita – also Tomate und Mozarella. O.K etwas Ruccola und Parma-Schinken darf es auch mal sein. Ansonsten spricht die Pizza für sich. Weniger ist eben mehr. Da mögen es andere Länder viel deftiger. Hier mal ein paar Beispiele:
Die Niederländer entwickelten gleich mal ein Medley aller amerikanischen Ess-Sünden: den Pizza-Hot-Dog. Das ist Brot mit Fleisch, Zwiebeln und Käse. Wird auch „Double Dutch“ genannt wobei ich stark bezweifle, dass dieser Name eine holländische Erfindung ist…
Down Under in Australia mag man es mit Meeresfrüchten und süßen Ananas-Stückchen. In Kombination löst es vielleicht einen leichten Würgereiz aus. Einzeln, also entweder Shrimps oder Hawaii, ist es noch O.K.
In Brasilien liebt man hart gekochte Eier auf der Pizza und dazu noch ein paar Erbsen. Klingt ziemlich europäisch. Fehlt nur noch Braten mit Sauce und Kartoffelpüree und schon ist das Sonntags-Essen mal eine Pizza.
In China essen sie … Aal und fettige Kräutersaucen auf der Pizza. Auch gern mal roh: Sushi-Pizza eben.
Costa Rica. Hier regiert die Kokosnuss auf Pizza. Wer das jetzt ekelhaft findet, sollte sich noch mal die Pizza Hawaii ins Gedächtnis rufen.
In Frankreich schwappte wohl der Trend zum schwäbischen „Flammküchle“ über. Dort ist die Pizza ein dünner Teig mit saurer Sahne, Lauchzwiebeln, Speck und Schinken. Gibt es auch bei uns und ist ein Genuss, nur eben nicht wirklich eine Pizza.
German PizzaIn Deutschland heißt es, würde man auf Spiegelei- und Spargel-Pizza stehen. Den Flyern in meinem Briefkasten nach zu urteilen, muss da was Wahres dran sein. Während der Spargelzeit gab es überall Pizzas mit Sauce Hollandaise, grünem Spargel und Schinken. Die Spiegel-Ei Variante hab ich auch schon mal gesehen. Brokkoli, hart gekochtes Ei, Thunfisch und Schinken ist beim Pizza-Lieferant auch immer dabei. Der Klassiker Pizza Salami ist vor allem bei Kindern beliebt.
In Indien wirds würzig: Curry, Ingwer, Lamm und „Chicken Tikka Masala“ auf der Pizza? Warum nicht. Es hätte schlimmer kommen können. Auch hiezulande finden wir Chicken-Curry-Pizza.
Japan PizzaIn Russland wird es glitschig: Die „Pizza Mockba“ vereint die ganze Unterwasserwelt. Da finden sich Sardinen, Thunfisch, Lachs und Makrelen. Das Gemüse darf dabei nicht fehlen: Zwiebeln und nochmals Zwiebeln. Wahlweise noch mit rotem Hering toppen. Also knutschen will man danach sicher nicht!
In Japan findet man die Pizza „Mayo Jaga“, eine Kombination aus Mayonnaise, Kartoffeln und Schinken. Dazu darf es dann noch etwas Tintenfisch sein. Die „Mega-Pizza“ lockt dazu noch mit ordentlich Käse und Shrimps, sowohl in der Mitte, als auch im und um den Rand. Ein Meisterwerk fast wie vom Konditor.
Schweden PizzaIn Schweden wird es tropisch: Ananas, Bananen, Schinken und Curry auf Pizzateig vereint. Eine sehr südländische Mischung für dieses nordische Völkchen. Dazu wird ein Kohlsalat gereicht. Klingt sehr exotisch und gewöhnunsbedürftig.
Spätestens nach Schweden ist nun auch der letzte Italiener vor Abscheu vom Stuhl gefallen. Aber Kopf hoch: In Japan und China wird Sauerkraut und Bratwurst auch mit den ulkigsten Dingen kombiniert. Ihr seit also nicht allein. Interessant ist es doch, welchen Siegeszug die Pizza antrat und immer wieder antritt. Um die ganze Welt ist sie schon gekommen und überall hat sie ihren eigenen Stil. Ein wahres Welt-Gericht also.
In den Kommentaren von ruethedayblog.com findet man übrigens noch mehr außergwöhnliche Pizza-Variationen. Die oben genannten sind ebenfalls von dort.
Bilder: ruethedayblog.com

7 comments

  1. Auch da würde der waschechte Italiener die Nase rümpfen. Immerhin liegt in Italien die Kunst gerade darin, den Boden möglichst dünn zu backen. Der amerikanische Pizzaboden ist dagegen immer schön fluffig. Bei der „Deep Pan“ kommen schon einige Kalorien zusammen und das liegt nicht nur am Boden! „Bacon & Barbecue“, „Sour Cream & Onion“ oder „Cheese Supreme“ klingen schon nach ordentlich Fett im Belag.
    Einmal im Monat, da hast du absolut recht Daniela, kann man sich trotzdem eine Ami-Pizza gönnen. Schmeckt ja auch wirklich lecker!

  2. @Claudia wo wir in Italien waren, gabs an den Pizzaverkaufsständen an der Straße nur DICKE AMI Pizza!
    Um eine richtige Italienische Essen zu können mussten wir schon in ein richtiges Restaurant gehen.
    Tut anscheinend den Italienern doch nicht weh, wenn die das überall selber Verkaufen 😉

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