Low-Carb-Diäten

Dr. Atkins - Erfinder der Atkins-Diät mag der berühmteste Low-Carb-Jünger sein; der Erfinder der Low-Carb-Diäten ist er sicher nicht. Schon 1825 veröffentlichte der französische Meisterkoch Jean-Anthelme Brillat-Savarin sein Buch: „Die Physiologie des Geschmacks.“ Darin vertritt er die These, dass Kohlenhydrate dick und krank machen, und rät schließlich allen entsetzten Lesern, die sich ein Leben ohne Brot und Kuchen, Kartoffeln und Nudeln nicht vorstellen können: „Gut dann, esst! Werdet fett!

Werdet hässlich, dick und asthmatisch und sterbt in Eurem eigenen Fett.“ 38 Jahre später, im Jahr 1863, taucht die Low-Carb-Ernährung wieder auf, diesmal in Großbritannien. Der Londoner Unternehmer William Banting schreibt einen „Letter on Corpulence“ (Bericht über Korpulenz) über seine eigene Geschichte: Der bei 1,65 Metern 92 Kilo schwere Mann mied auf Empfehlung seines Arztes kohlenhydrathaltige Lebensmittel und verlor 50 Pfund Gewicht – eine frühe Diäterfolgsgeschichte, wie sie auch heute noch in Magazinen und seit der „Ideal-Diät“ und „Atkins for Life“ sogar zum Aufblähen von Büchern gedruckt wird. Jahrzehnte lang sprachen Amerikaner von „banting“ statt vom „dieting“, und in Großbritannien wird der Begriff vereinzelt heute noch benutzt.

In den USA wurde die Banting-Mode übrigens durch den Fletcherismus abgelöst: Horace Fletcher nahm innerhalb von vier Monaten 42 Pfund ab, sein Taillenumfang wurde 17,5 Zentimeter kleiner. Seine Methode: Langsam essen, genießen und vor allem nur das, was man mag und dann, wann man möchte. Die Low-Carb-Idee griff der amerikanische Arzt Alfred W. Pennington wieder auf, der einen Artikel über einen Versuch in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte. Dieser Artikel schließlich inspirierte Atkins zu einem Selbstversuch, welcher der Startschuss seiner Erfolgsgeschichte wurde.

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