Zutatenlisten

Haben sie sich nicht auch schon mal gefragt, nach welchem Kriterium die Hersteller die Reihenfolge der Zutaten festlegen? Oder ist vielleicht einfach alles Zufall?

Ist es nicht. Eine Zutatenliste, die deutlich mit dem Wort "Zutaten" gekennzeichnet sein muss, führt diese in der Reihenfolge, die dem Anteil am Produkt entspricht. Der Inhaltsstoff mit dem größten Anteil an dem Produkt ist in der Liste als erster aufgeführt, ein unterer Platz in der Rangfolge steht für einen verhältnismäßig geringen Anteil.

Eine Angabe in Prozenten ist zwingend vorgesehen, wenn eine Zutat besonders prominent ist: Bei einem "Hühnereintopf" etwa ist der Anteil an Hühnerfleisch zu nennen, bei einem Pudding, der auf dem Verpackungsfoto eine deutlich erkennbare Sahnehaube trägt, der prozentuale Sahneanteil. Ein Blick auf die Zutatenliste enthüllt also schnell, ob die Hühnersuppe ihren Namen auch wirklich verdient. Oder ob sie nicht doch besser zu einer Variante greifen, bei der das Hühnerfleisch nicht an vorletzter Stelle steht.

Besondere Vorschriften gelten für die folgenden Inhaltsstoffe:
- Käse, Milcheiweiß, Kräuter und Gewürze dürfen mit ihrem Sammelbegriff, den sog. "Klassennamen" genannt werden - dies erlaubt es den Herstellern, Rezepturen im Detail zu verändern.
- Gemüse-, Obst- und Kräutermischungen erscheinen auf dem Etikett in aufgeschlüsselter Form, brauchen aber nicht in der "richtigen" Reihenfolge zu stehen, wenn sich ihre Gewichtsanteile ähneln. In diesem Fall findet sich die Anmerkung "in veränderlichen Gewichtsanteilen".
- Zusammengesetzte Zutaten müssen aufgeschlüsselt und gemäß ihres Gewichts aufgeführt werden - zurzeit allerdings nur, wenn ihr prozentualer Anteil am Gesamtprodukt mindestens 25 Prozent ausmacht.
- Keine Zutatenliste benötigen Produkte mit nur einer Zutat (Zucker, Mehl, Reis etc.), frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln, ferner Packungen mit einer Fläche von unter zehn Quadratzentimetern und figürliche Zuckerwaren (z.B. Schokoladen-Weihnachtsmänner).
-Auch Zusatzstoffe nennt der Hersteller mit dem Klassennamen, etwa Farbstoff, Emulgatoren oder Festigungsmittel. Zusätzlich müssen wahlweise der Name des Zusatzstoffs oder seine europaweit genormte E-Nummer aufgeführt werden.

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